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Energieeffiziente Renovationen

Interview mit Fabio Ciroli, Leiter Baumanagement & Immobilienentwicklung bei Schaeppi Grundstücke.

Fabio erklärt, warum energieeffiziente Sanierungen heute ein zentraler Erfolgsfaktor für zukunftssichere Immobilien sind.


Warum werden energieeffiziente Renovationen für Eigentümer immer relevanter?

Energieeffizienz ist längst nicht mehr nur ein ökologisches Thema, sondern ein wirtschaftliches. Die gesetzlichen Anforderungen verschärfen sich in der Schweiz Schritt für Schritt, und viele ältere Liegenschaften stehen unter Sanierungsdruck. Das Sanierungspotential bei Schweizer Liegenschaften ist riesig, da über die Hälfte der Gebäude älter als 40 Jahre ist und daher nicht mehr den heutigen energetischen Standards entsprechen.
Gleichzeitig steigen langfristig die Energiepreise, was den Nutzen einer verbesserten Gebäudehülle zusätzlich erhöht. Wer heute in Effizienz investiert, sichert die Attraktivität seiner Immobilie und reduziert das Risiko zukünftiger, teurer Zwangssanierungen. Hinzu kommt: Der Markt honoriert nachhaltige Gebäude. Mieterinnen und Mieter achten vermehrt auf tiefe Nebenkosten und ein angenehmes Raumklima – Faktoren, die direkt mit der energetischen Qualität zusammenhängen.

 

Welche Massnahmen stehen bei energetischen Renovationen typischerweise im Vordergrund?

Am häufigsten sehen wir eine Kombination aus Verbesserungen an der Gebäudehülle und einer Modernisierung der Haustechnik. Dazu gehören die Dämmung der Fassade, der Ersatz alter Fenster und die Optimierung oder Erneuerung der Heizung. Immer häufiger wird gleichzeitig eine Photovoltaikanlage realisiert, weil die Bauherrschaft ohnehin am Dach arbeitet und die Förderlandschaft attraktiv ist. Entscheidend ist ein Gesamtkonzept: Einzelmassnahmen bringen zwar Verbesserungen, aber erst das Zusammenspiel aller Elemente führt zu einer nachhaltigen und wirtschaftlich sinnvollen Lösung. Weiter soll im Rahmen einer Renovationsplanung ermittelt werden, ob das Bauvolumen durch eine Aufstockung oder einem Anbau optimiert werden kann.

 

Wie stark beeinflussen solche Arbeiten die Mieterinnen und Mieter?

Energetische Sanierungen lassen sich oft so planen, dass die Belastung für die Bewohnenden überschaubar bleibt. Wichtig ist eine klare Bauetappenplanung und eine ehrliche Kommunikation über Lärm, Zugänge und Termine. Die Erfahrung zeigt: Wenn Mieter gut informiert sind und erkennen, dass sie am Ende von tieferen Nebenkosten und einem angenehmeren Wohnklima profitieren, ist die Akzeptanz hoch. Gerade Fensterersatz oder Dachsanierungen lassen sich in relativ kurzen Fristen umsetzen, was den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner nur kurz beeinträchtigt.

 

Rechnen sich solche Massnahmen finanziell tatsächlich?

Ja – und zwar auf mehreren Ebenen. Erstens sinken die Betriebskosten dauerhaft, was die Attraktivität der Liegenschaft steigert. Zweitens erhöhen energetisch sanierte Gebäude den Marktwert, weil sie heute schlicht zeitgemäss sind. Und drittens gibt es kantonale Förderprogramme, die Investitionen spürbar abfedern. Ein durchdachtes Konzept führt meist zu einem guten Verhältnis zwischen Kosten und energetischem Nutzen. Zudem profitieren Eigentümer vom geringeren Risiko, dass ihre Liegenschaft energetisch überholt wird und sich schlechter vermieten lässt.

 

Welche Trends werden die energetischen Renovationen in den nächsten Jahren prägen?

Wir erwarten eine verstärkte Kombination aus Photovoltaik, Gebäudespeichern und digitalem Lastmanagement – also Anlagen, die intelligent miteinander kommunizieren. Gleichzeitig gewinnen biobasierte Dämmstoffe an Bedeutung, ebenso der sommerliche Wärmeschutz, der angesichts der steigenden Temperaturen entscheidend wird. Insgesamt wird die Renovation stärker integrativ: Architektur, Technik und Energie müssen gemeinsam gedacht werden, damit die Gebäude zukunftstauglich bleiben.

 

Weshalb ist eine vorausschauende Planung bei Sanierungsprojekten wichtig?

Eine gesamtheitliche Sanierungsplanung ist der Schlüssel zum Erfolg eines Bauprojekts. Sie stellt sicher, dass alle Massnahmen aufeinander abgestimmt sind und die Wüsche und Möglichkeiten der Eigentümer berücksichtigt werden.
Der erste Schritt ist eine detaillierte Bestandesaufnahme durch unsere Fachexperten. Diese bildet die Basis für die Erstellung eines Massnahmenkatalogs und um die Sanierungsziele klar zu definieren.

 

Was ist in Bezug auf rechtliche und steuerliche Aspekte zu berücksichtigen?

Umfangreiche Sanierungen sind bewilligungspflichtig. Die Planung muss die lokalen Bauvorschriften und Zonenpläne einhalten. Bei schützenswerten Gebäuden sind spezielle Auflagen des Denkmalschutzes zu beachten, die die Materialwahl und das Erscheinungsbild betreffen.
Zu beachten ist, dass energetische Sanierungsmassnahmen in der Regel von den Steuern abgezogen werden können. Eine saubere Dokumentation der Kosten ist hier wichtig.

Ihre Ansprechperson

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Fabio Ciroli

Leiter Baumanagement & Immobilienentwicklung

+41 44 454 64 20

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